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Allgemein:
In der eigenwilligen Färbung der XP Default Skin präsentiert sich
die McAfee Firewall. Diese Eigenwilligkeit zieht sich wie ein roter Faden
durch den weiteren Setupverlauf: Die Installation unter Win98 konnte zunächst
nicht fortgesetzt werden, weil der Windowsinstaller nicht die erforderliche
Versionsnummer hatte und erst aus dem Internet bezogen werden mußte.
Unter Win2000 wurde die aktive Internetverbindung dem Setup zum Verhängnis:
Der Firewalltreiber konnte nicht installiert werden, weil anscheinend hierzu
Modifikationen am TCP/IP Stack von Windows erforderlich sind. Als Ergebnis
fror das Setupprogramm kommentarlos ein und hinterließ die Anwendung
in einen unbrauchbaren Zustand, auch wenn das Trayicon des Schedulers das
Gegenteil suggerierte. Ein zweiter Installationsversuch, diesmal offline,
führte schließlich auch unter Windows2000 zum Erfolg.
Ein weiter Patzer unter beiden Systemen ist die Zwangsregistrierung, die
einem für Onlineupdates aufgezwängt wird. angesichts der sich
im weiteren Testverlaufs herauskristallisierenden Fehlerhaftigkeit eine
ziemliche Anmaßung. Das Log ist sehr einfach gehalten, dennoch scheint
die Aufteilung in drei Reiter übertrieben, da aufgrund der sich überschneidenenden
Angaben die Informationen unnötig wiederholen.
Einsteigermodus:
Während
des Setups erkennt das Programm einige Anwendungen automatisch und bietet
sie zur Auswahl an, unter anderem auch den Windows Explorer, was doch ein
wenig Erstaunen auslöste, da dieser ja nicht viel mit dem Internet
zu tun hat. Ein Assistent fügt noch nicht registrierte Anwendungen
auf Anfrage hinzu. Die Oberfläche trägt dank ihrer Übersichtlichkeit
viel zum Bedienungskomfort bei.
Profimodus:
Bei den freigegebenen Anwendungen kann nur das gewünschte Protokoll
und die Kommunikationsrichtung angegeben werden. Eine feinere Unterteilung
nach Ports bleibt nur den Systemregeln vorbehalten, dafür ist es möglich
Regeln für ARP, NetBios und ICMP nach Adaptern getrennt festzulegen.
Praxisbetrieb:
Praktisch unsichtbar läuft die Firewall im Hintergrund, womit ein Anwender
nicht erkennen kann ob diese noch aktiv ist oder bereits durch einen Absturz
oder böswilligen Programm beendet wurde.
Die verspielte Oberfläche zollt ihren Tribut mit einem unangemessen
hohen Ressorcenverbrauch. Insgesamt 4 Tasks belegen insgesamt 20mb Ram und
belasten mit 2% die Cpu im Normalbetrieb, was angesichts des geringen Leistungsumfang
der Firewall eher fragwürdig erscheint. Desweiteren gibt es anscheinend
einen Bug in der Übersetzung des Programms, der sich durch falsch verknüpfte
Sachaltflächen der Filteroptionen (Alles/Nichts/Unbekanntes) unangenehm
bemerkbar macht. |
Im
Ereignisprotokoll tauchen deswegen jeweils andere Optionen als vom User
beabsichtigt auf: So loggt die Firewall bei "Alles" tatsächlich
nur unbekannte Events mit. Am verheerendsten wirkt sich
jedoch die fehlende Unterstützung für PPPoE aus, weil diese
dazu führt daß eine Einwahl mit aktivierter Firewall unmöglich
ist und sich durch einen Timeout des PPPoE Klienten bemerkbar macht. Immerhin
wird auf diesen Umstand in der Readme Datei aufmerksam gemacht und empfohlen,
erst die Verbindung herzustellen und danach die Firewall zu aktivieren.
Warum diese dann unter Win2000 trotzdem als Systemdienst gestartet wird
(und dies dem Anwender verborgen bleibt) dürfte ein Rätsel sein
welches nur die Entwickler aufzuklären vermögen. Wird die Firewall
beendet und danach versucht sich einzuwählen kommt es trotzdem regelmäßig
zu Connectproblemen die erst durch einen Neustart behoben werden können.
Ebenfalls unzumutbar
ist unter Win2000 das Filtern der Kommunikation vom Klienten zur Vermittlungsstelle
während einer aktiven Verbindung. Als Konsequenz interpretiert der
Klient das Ausbleiben der Antworten als Timeout der Verbindung, erklärt
diese für tot und trennt schließlich diese. Somit war es unter
Win2000 unmöglich die Firewall auf ihre Praxistauglichkeit im Internet
zu testen. Immerhin verliefen unter Windows98 die Trennintervalle weniger
häufig, so daß wenigstens hier der Test fortgeführt werden
konnte. Der Leaktest umging ohne Probleme die Firewall, unbemerkt konnte
die Iexplore.exe ausgetauscht werden.
Dafür verliefen die Portscans wenigstens erfreulich: alle Ports waren
stealth. Das IDS der Wall ist in der Lage, Angreifer-IPs für eine einstellbare
Zeit zu blockieren. Allerdings ist der Nutzen einer solchen Funktion mehr
als zweifelhaft, wenn keine Serverdienste angeboten werden (Die verbindung
wird sowieso schon abgelehnt).
Fazit:
Der hohe Ressourcenverbrauch, die Fehlerhaftigkeit und Absturzfreudigkeit
des Setups und auch der Anwendung sowie die gravierenden Probleme mit ADSL,
besonders unter Windows2000 sollten Grund genug sein um diese Firewall einen
Bogen zu machen. Das Applikationen nicht auf ihre Authentizität hin
überprüft werden und damit Trojanern Tür und Tor offen stehen
erscheint für den Antivirus Spezialisten MacAfee mehr als dürftig.
Wir können von dem Produkt trotz guter Ergebnisse beim Scantest nur
abraten.
(c)
Ken und Vro für Rokop-Security |