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Allgemein:
Im Vergleich zur Vorgängerversion wurden einige kosmetische und funktionale
Änderungen vorgenommen. Ein umfassender Assistent führt nun
zu Beginn durch die Konfiguration. Unter dem Menüpunkt "Application
Control" kann die Festplatte nach Anwendugen durchsucht werden, die
als Internettauglich betrachtet werden. Dabei tauchen doch einige groteske
Stilblüten auf, wie der Windows Explorer, fast das gesamte MS Office
2000 Paket oder der Registrierungsassistent. Am Ende wundert sich der
ambitionierte Benutzer über die lange Liste von ausführbaren
Dateien, und darf sich den Kopf darüber zerbrechen, was davon auch
wirklich notwendig ist.
Bemerkenswert
auch die Einschätzung des Sicherheitsrisikos: Audiogalaxy wird
als gefährlich eingestuft und sollte laut Assistenten geblockt
werden. Es scheint, daß alle Exe-Dateien, welche keine Firmensignatur
aufweisen, automatisch als Gefahr eingestuft werden, hier wäre
eine größere Differenzierung wünschenswert. Unter Details
wird dann argumentiertt, daß Norton Antivirus nicht installiert
sei, und deswegen nicht sichergestellt werden könne daß hier
kein Risiko vorliege. Daß auf dem Testsystem bereits ein aktiver
Virenwächter im Hintergund lief, schien dem Programm nicht ausreichend.
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Die Personal
Firewall unterscheidet nun IP-Adressen nach unterschiedlichen Zonen,
einer Restricted Zone in der IP Adressen dauerhaft geblockt werden können,
sowie einer trusted Zone für vertrauenswürdige Hosts.Für
jedes Interface im Rechner kann nun ein individuelles Ruleset erstellt
werden, es ist sogar eigens für das Home Lan ein eigener Assistent
integriert worden. Das klassische Atguardfenster für die Firewallrules
ist leider abgeschafft worden. Stattdessen finden sich unter dem Menüpunkt
Internet Access Control System Rules, Trojan Rules sowie den Application
Scan (s.o.).
Im minimierten
Zustand befindet sich am rechten bildschirmrand ein schiebebalken, de
regelmäßig statusmeldungen wie automatische regelerstellung
oder alarmeldungen von sich gibt. Erfreulicherweise beschränken
sich die Alarmmeldungen nur noch auf auffälligere Ereignisse wie
zB Portscanning. Geändert hat sich aber nach wie vor nichts an
dem reißerischen Vokabular, welches bei einem Scan auf Trojanerports
Attacken von Eindringlingen suggeriert. Hier muß sich Symantec
den Vorwurf von unseriösem Verhalten gefallen lassen.
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Einsteigermodus:
Die meisten Regeln werden auf Wunsch automatisch erstellt, teilweise
jedoch mit unnötigen oder unvollständigen Rules. Wird eine
Anwendung nicht erkannt, so taucht ein Fenster auf, welches nachfragt
wie mit der Anwendung verfahren werden soll. Gerade beim Blocken können
allzu leicht Probleme auftauchen, die den Einsteiger entmutigen könnten.
Der Versuch das Werbebanner von Getright blocken zu lassen, endete damit,
daß der gesamte Traffic für den Downloadmanager auf port
80 geblockt wurde.
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Profimodus:
Regeln können individuell für mehrere Interfaces erstellt werden.
Es können die gängigen ICMP Typen eingestellt werden, auch der
Stealthmodus läßt sich deaktivieren. Allerdings gibt es keine
Möglichkeit den Assistenten zu umgehen. Endlos klickt man sich durch
Menüs und Erklärungen durch, die Erläuterungen in den einzelnen
Menüunterpunkten dürften kaum den Vorgang transparenter machen.
Durch das Fehlen eines einheitlichen Rulefensters wird sowohl die Erstellung
als auch das Troubleshooting erheblich erschwert, die Kontrolle des Loopbacks
bei lokalen Proxy ist damit unmöglich geworden, weil die Regel dafür
als Vorletztes verarbeitet werden müsste. Durch die Dreiteilung werden
die Systemregeln aber stets vor den Anwendungsregeln ausgewertet, womit
diese ungehindert über den Proxy Phonehome betreiben können.
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Praxisbetrieb:
Geblockter Applikationen können sogar lokal keine Ports öffnen.
Die GRC Testseite besteht die Firewall ohne Beanstandung. Bei Sygate sah
es anfänglich ebenfalls gut aus, bis der UDP Scan Probleme mit der
Verarbeitung solcher Pakete zeigte. Alle gescannten Ports wurden als offen
angezeigt. Keine Chance hatte der Leaktest, jedoch wurde der Austausch
der iexplore.exe nicht bemerkt. Im Hardcorescannen erwartete einem statt
einer Unzahl von Alarmfenstern ein hinweis der Angreifer würde für
30 minuten blockiert werden. Dieses Feature ist jedoch angreifbar: Werden
gespoofte IP Pakete mit dem DNS Server des Opfers als Absender verschickt,
so würde dieser für 30 Minuten geblockt werden und eine Namensauflösung
unmöglich machen (Credits an Dr Prantl :)).
Der Speicherverbrauch
ist rekordverdächtig: 38-41mb im minimierten Zustand. Bei geöffneten
Bedienfenster erhöht sich der Betrag uml 13-18mb. Ganze sechs Prozesse
werden laut Taskmanager für die Firewall benötigt. Rätselhaft
auch daß sich der Installationsordner auf inzwischen 9,1 MB aufgebläht
hat. Beim Hardcorescan schnellt die Cpu Last auf 90-95% an und der Rechner
reagiert fast nicht mehr auf Eingaben, jedoch erfolgt kein Absturz. Im
Multiuserbetrieb offenbahren sich weitere Schwächen: Ein normaler
Benutzer kann ohne Probleme die Firewall deaktivieren, und es fehlt eine
Möglichkeit, die Konfiguration vor Veränderungen zu schützen.
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Fazit:
Die Firewall hinterläßt einen stark zwiespältigen Eindruck:
Einerseits mit lobenswerten Konfigurationsmöglichkeiten für
mehrere Adapter andererseits das zerteilte Ruleset mit dem umständlichen
Assistenten und dem horrenden Ressourcenverbrauch. Kleinere Fehler machen
das System sowohl von innen als auch von außen angreifbar, so daß
die Firewall keinen ernsthaften Schutz bieten kann. Es erscheint fraglich
wie ältere Systeme mit dieser Firewall noch bedienbar sein sollen.
(c)
Ken für Rokop-Security
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