Allgemein/Einsteiger:
Biodata
präsentiert mit der Sphinx eine Firewall, die dem User im Standardmodus
keinerlei Rulesets anzeigt. Die Installation erfolgt problemlos, auffällig
ist hier die Warnmeldung von Win2k daß ein nicht signierter Treiber
installiert würde. Dieser findet sich nach dem Neustart in den Netzwerkeigenschaften
als "Biodata Packet Processing Engine" wieder und kann wie ein
Protokoll an und abgewählt werden. Der erstmalige Aufruf des Programmes
befremdet mit einem Interface, welches eher an die Lautstärkereglung
der Soundkarte erinnert und den User im Unklaren läßt, wie die
Wall fertig konfiguriert wird. Als Menüpunkt kann ein Assistent aufgerufen
werden, der dann mit Fragen zu dem Verwendungszweck des Rechners versucht,
ein geeignetes Ruleset zusammenzustellen.
Applikationen
spielen hier keine Rolle, da die Sphinx nur auf Systemebene filtert und
keine Modifikation von seiten des Anwenders ohne weiteres zuläßt.
Entsprechend ist man den vorgefertigten portfreigaben recht hilflos ausgeliefert.
Die Benutzerfeindlichkeit setzt sich jedoch fort: Eine mit dem Assistenten
erstellte Konfiguration ist entgegen der Texteinblendung nicht einsatzbereit,
weil sie extra noch mal aktiviert werden muß. Somit ist bei unerfahrenen
Anwendern Frust vorprogrammiert. Im Menüpunkt "Internet Kontolle"
kann für die einzelnen Regeln auf einer Weiß/Schwarzliste festgelegt
werden, welche IP-Adressen geblockt oder akzeptiert werden, zumindest bei
DNS und E-mail ein nützliches feature um die Rules einzuschränken.
Profimodus:
Im Expertenmodus können zusätzlich noch die Eigenschaften unterstützter
Adapter und Protokolle festgelegt werden und ein Display erlaubt sogar
einen Blick auf die sonst verborgenen Firewall Rules, welche vom Format
an IP-tables unter Unix erinnern. Als weiteres Feature bietet die Sphinx
eine Statistische Aufbereitung der verarbeiteten Pakete als Balkendiagramme.
Praxisbetrieb:
Unter Win2k macht sich ein verheerender Bug bemerkbar: Die oben bereits
erwähnte "Biodata Packet Processing Engine" legt sich bei
einer DSL Verbindung auch auf die Lan Verbindung anstatt nur den fürs
Internet relevanten Wan Adapters des PPPoE Klienten zu filtern. Als Folge
davon sorgt das Preset der Wall dafür, daß PPPoE, das Protokoll,
welches bei einer DSL Verbindung zwischen Netzwerkkarte und Modem/Router
aktiv ist, geblockt wird.
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Somit kann keine
Verbindung zur Vermittlungsstelle aufgebaut werden und der User wird stattdessen
mit einem Timeout abgespeist. Tückisch ist hier, daß dafür
nicht einmal die Firewall gestartet sein braucht, da ja der Filter als Kerneltreiber
bereits beim Systemstart aktiv ist.
Ein Einsteiger
ist hier mit dem Troubleshooting überfordert und immensen Frustrationen
ausgeliefert. Erst das Abwählen des "Protokolls" für
die Lan-Verbindung ermöglichte die Einwahl. Doch das sollte nicht die
einzige Tortur bleiben. Auch wenn der Assistent eine Regel für ICQ
parat hatte, sorgte diese dafür, daß das Programm beim Start
kommentarlos abstürzte. Genauso wie auch das Systemprogramm Nslookup,
welches für DNS Queries verwendet wird. Der Seitenaufbau im Internet
Explorer gelang ein einziges Mal beim Windowsupdate von Microsoft, ansonsten
gab es statt sicheres Surfen einen Timeout nach den anderen. Auch der Versuch
mit Netscape scheiterte, so daß es unmöglich war, den Test für
Windows2000 durchzuführen.
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Unter Windows98
hingegen verrichtete die Firewall klaglos ihren Dienst. Der Stealthmode
wird einmal mehr nicht konsequent durchgehalten: Grc meldet den ident
(TCP 113) als closed, was auf eine Rule hindeutet welche auf diesem port
den Traffic generell passieren und den Rechner mit "Port unreachable"
beantworten läßt. Beim Standardscan bei Sygate wurde ICMP,
sowie die Ports 22 (SSH), 23 (Telnet), 53 (DNS), 79 (Finger), 139 (nbsession)
und 445 (microsoft-ds) stealth angezeigt, alle anderen Ports als closed.
Bei den anderen Scanmethoden wird die Wall durchgehend als Stealth gekennzeichnet.
Durch die fehlende Möglichkeit Anwendungen zu kontrollieren gelangt
der Leaktest ohne Probleme nach draußen, was die Firewall im Zusammenhang
mit Trojanern zu einem Risikofaktor macht. Positiv ist anzumerken, daß
Veränderungen an den Einstellungen der Firewall nur mit Eingabe des
Administratorkennwortes möglich sind und der Filter auch dann aktiv
bleibt, wenn das interface beendet wird.
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Fazit:
Trotz
bemerkenswerter Filtereigenschaften eine insgesamt gesehen sehr spröde
unflexible Firewall mit einem ausgesprochen bedienungsfeindlichem Interface.
Aufgrund
der fehlenden Kontrollmöglichkeit für Anwendungen scheint uns
der Nutzen als Desktopfirewall zweifelhaft, und wenn sie auch unter windows98
funktioniert so können wir nur eindringlich von diesem Produkt
abraten, daß in der uns vorliegenden Version nicht sein Geld wert
ist.
(c)
Ken und Vro für Rokop-Security
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